Mauern

Die Lehrerwohnhäuser

Die Beschaffung von geeigneten Wohnräumen ist in Burkina Faso schwierig. Dies drückt sich vor allem dadurch aus, dass das Bauen mit dem geeignetesten lokalen Baustoff - Lehm steht im ganzen Land unerschöpflich und kostenlos zur Verfügung - nur temporär ausgerichtet bleibt.

Es wird zunehmend mit Zementbaustoffen gebaut. Sie halten länger, aber die Bevölkerung ist so arm, dass sie sich das nicht leisten können. Lehm bleibt daher der »Arme-Leute-Baustoff«. Aufgrund mangelnder Nachfrage bleiben Innovationen auf diesem Gebiet aus, da die lokalen Planer sich kaum mit Lehm beschäftigen können.

Im allgemeinen stellt die Unterbringung von Lehrpersonal auf dem Land ein großes Problem dar. Das Lehrpersonal weigert sich in der Regel, aufs Land zu ziehen, weil unter anderem die Unterbringung dort provisorisch gestaltet ist.

Ziel des Lehrerhausprojektes war es, über die reine Unterbringung von Lehrern hinaus ein den Bedürfnissen der Menschen sowie Ihrer ökonomischen Situation angepasstes, klimagerechtes und nachhaltiges Projekt zu entwickeln.

Es soll ein Lockmittel für das von der Regierung eingesetzte Lehrpersonal sein. Die Häuser sollten so gut und praktisch sein, dass die Lehrer einen Wohnkomfort vorfinden, der eine positive Auswirkung auf ihre Arbeit ausübt.

Nebenbei sollte es als nachahmbare Lösung für die Landbevölkerung entwickelt und umgesetzt werden. Deshalb basiert das Konzept auf einem Grundmodul, das beliebig kombiniert werden kann und ebenfalls beliebig auch innerhalb eines traditionellen Gehöftes eingesetzt werden kann. Darüber hinaus müssen die Bewohner von Anfang an bei allen wichtigen Arbeitsschritten beteiligt werden. Das Ergebnis sollte auch in der wirtschaftlichen Reichweite der Betroffenen liegen. Letztlich sollte es eine grundlegende Veränderung und Verbesserung der traditionellen Bautechniken darstellen.

Das Klima ist der entscheidende Faktor bei diesem Projekt. Die massiven Lehmwände und das ebenfalls massive Dach sollen die Übertragung der Sonneneinstrahlung in das Innere der Räume verzögern.

In die Giebelwände sind großzügige Öffnungen eingelassen. Diese sollen geöffnet eine ausreichende Querlüftung sichern. Die Querlüftung wird durch eine sichelförmige Öffnung an den Stoßpunkten der unterschiedlich großen Tonnengewölbe begünstigt. Eine solche Öffnung ist ebenfalls zwischen den Tonnengewölben und den äußeren Giebelwänden eingelassen. Sie werden nicht mit verschließbaren Elementen versehen. Lediglich eine Auskragung der Tonne im Bereich der Giebelwände sowie ein Vordach aus Wellblech an den Stoßpunkten der Tonnen miteinander verhindert das Eindringen von Regenwasser ins Innere der Häuser.
Der Regenschutz sowohl der senkrechten Wänden als auch der Tonnen besteht aus einem traditionellen Putz, dem Bitumen zugegeben wurde.

Die Projekte haben in der Region eine unvorstellbare und nie da gewesene Aufbruchstimmung ausgelöst. Die jetzigen Häuser, die noch ausgebaut werden, nennen die Menschen aus der Region bereits »traumhafte Kühlschränke«, in denen die Sonne tagsüber immerwährend aufzugehen scheint und in denen nachts Vollmond herrscht.

Das, was hier gemacht wird, ist mehr als nur Architektur oder Entwicklungshilfe. Es ist ein fesselndes gesellschaftliches Ereignis. Die Bauten werden gemeinsam mit der Dorfgemeinschaft umgesetzt. Während die Frauen den traditionellen Lehmfußboden herstellen, pressen die Männer die Lehmsteine für die Wände oder fegen den Kies und sammeln Natursteine für das Fundament. Das Miterleben einer Lehmfußbodenstampfeinlage in meinem Dorf ist ein unvergessliches Ereignis.

Lehrerhäuser


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