Das lokale Bewässerungssystem
Anpflanzung
Als erstes wird ein Loch gegraben, das mit Humus (Blätter, Vegetationsreste ...) gefüllt und regelmäßig bewässert wird. Nach ca. 5 Wochen wird die Pflanze angesetzt. Zusammen mit dem Wurzelstock, werden Knochen mit in die Grube gelegt. Am besten ist es, wenn sich an den Knochen noch Fleischreste befinden.Das mag zunächst merkwürdig klingen, doch hat es einen ganz einfach biologischen Hintergrund. Ameisen, die Fleischfresser sind, werden angezogen und zersetzen die Knochen. Die Idee Fleischfresser anzusiedeln, bedeutet automatisch, dass Vegetarier, in diesem Fall Termiten, fernbleiben, da diese auf dem Speiseplan der Ameisen stehen. So bleibt der Wurzelstock der Pflanze von den Termiten geschützt.
Bewässerung
Anstatt die Pflanze jeden Tag zweimal (in der Früh und am Abend) zu gießen, haben sich die Bewohner von Gando ein innovatives System ausgedacht, das von jedem Gehöft imitiert werden kann. Neben den Pflanzen (Mangobäume) werden die ortsüblichen Tongefäße gestellt, die mit Wasser gefüllt sind. Durch das zuvor eingehauene kleine Loch im Boden des Gefäßes, wird eine dauernde Wasserversorgung der Pflanze sichergestellt, und zwar nur soviel, wie die Pflanze braucht. Das Wasser geht direkt in den Boden und kann nicht verdunsten. Der Mensch muß nur noch dafür sorgen, dass der Tontopf einmal die Woche mit Wasser gefüllt wird. Diese Aufgabe übernehmen in Gando die Schüler und Lehrer, die sich schon auf die Früchte freuen.Diese einfache Idee zieht bereits neugierige aus den Nebendörfern an, die sich anschauen wollen, was sich die Leute aus Gando ausgedacht haben. Löcher in Tongefäße zu hauen, die von den Frauen des Dorfes in mühsamer Arbeit hergestellt werden, hätte sich bislang niemand erlaubt. Doch unglaublich wie die Mangobäume in der brütenden Hitze solch grüne Blätter tragen können. Und gleich so viele Setzlinge auf einmal.

Zurück
